Impfkalender, Impfquote und Prüfungsvorbereitung: Was sich ab 2026 ändert – und warum fundiertes Wissen wichtiger denn je ist
Der Impfkalender gehört seit jeher zum prüfungsrelevanten Basiswissen in der Heilpraktiker:innen-Ausbildung. Was sich jedoch ab 2026 abzeichnet, verleiht diesem Thema noch einmal eine neue Bedeutung: Impfungen werden nicht nur medizinisch, sondern auch vergütungsrechtlich stärker in den Fokus gerückt.
Für angehende Heilpraktiker:innen heißt das: Der Impfkalender muss sicher beherrscht, eingeordnet und korrekt referiert werden können – nicht nur aus fachlichen Gründen, sondern auch im Hinblick auf die sich verändernden Rahmenbedingungen im Gesundheitssystem.
Der Impfkalender: mehr als eine Übersicht
Der offizielle Impfkalender der STIKO (Ständige Impfkommission) ist bereits heute ein fester Bestandteil von Prüfungen beim Gesundheitsamt. Erwartet wird nicht zwingend das Auswendiglernen jedes Datums, wohl aber:
- ein sicherer Überblick über Standardimpfungen,
- das Verständnis von Auffrischungsintervallen,
- die Einordnung von Indikations- und Auffrischungsimpfungen,
- sowie die Fähigkeit, den Impfkalender korrekt zu lesen und zu erklären.
In der Ausbildung ist es daher sinnvoll, den Impfkalender nicht nur als Tabelle wahrzunehmen, sondern als strukturierte medizinische Empfehlung, die regelmäßig aktualisiert wird – und deren Relevanz weiter zunimmt.
Neue Vergütungslogik ab 2026: Einführung einer Impfquote
Ab 2026 wird im hausärztlichen Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV/EBM) eine Impfquote Teil der neuen sogenannten Vorhaltepauschale. Diese Regelung betrifft zwar formal Ärztinnen und Ärzte, hat aber mittelbar auch Bedeutung für die Heilpraktiker:innen-Prüfung – insbesondere im Bereich Gesundheitssystem, Prävention und Einordnung medizinischer Maßnahmen.
Was gilt ab 2026 konkret?
Nach aktuellem Informationsstand gelten folgende Schwellenwerte im Kriterium „Schutzimpfungen“:
Quartal 1–3
- Bei 1.000 Behandlungsfällen müssen mindestens 70 Impfungen erbracht werden
- Das entspricht etwa 7 %
Quartal 4 (Grippesaison)
- Bei 1.000 Behandlungsfällen mindestens 250 Impfungen
- Entspricht ca. 25 %
Wichtig für das Verständnis – und auch für Prüfungsfragen entscheidend:
- Gezählt wird die Anzahl der Impfungen, nicht die Anzahl der geimpften Personen.
- Mehrfachimpfungen bei einer Person (z. B. Influenza, COVID-19 und RSV) werden vollständig mitgezählt.
Möglicher Abschlag bei sehr niedriger Impfleistung
Zusätzlich wird in ärztlichen und verbandlichen Informationen darauf hingewiesen, dass bei extrem niedriger Impfleistung ein Abschlag von bis zu 40 % auf die Vorhaltepauschale greifen kann.
Konkret:
- Werden weniger als 10 Impfungen erbracht und abgerechnet, kann dieser Abschlag wirksam werden.
- Die genaue Ausgestaltung ist Teil der finalen Regelungen zur Vorhaltepauschale ab 2026.
Auch hier gilt: Es handelt sich nicht um eine Impfpflicht, sondern um eine vergütungsrelevante Anforderung innerhalb der bestehenden Leistungslogik.
Warum das für die Heilpraktiker:innen-Prüfung relevant ist
Auch wenn Heilpraktiker:innen selbst keine Impfungen durchführen, wird in Prüfungen regelmäßig abgefragt:
- wie Prävention im deutschen Gesundheitssystem organisiert ist,
- welche Rolle Impfungen dabei spielen,
- und wie ärztliche Leistungen strukturell gesteuert werden.
Mit der Einführung einer Impfquote rückt das Thema noch stärker in den Fokus. Prüfer:innen erwarten zunehmend, dass Zusammenhänge verstanden werden – nicht nur einzelne Fakten.
Für die Ausbildung bedeutet das:
- Der Impfkalender sollte sicher bekannt sein und abgebildet werden können.
- Grundkenntnisse zu EBM, GKV und Vergütungsstrukturen gewinnen an Bedeutung.
- Eine klare Abgrenzung der heilpraktischen Tätigkeit gegenüber ärztlichen Aufgaben bleibt essenziell.
Fazit: Solides Grundlagenwissen schafft Sicherheit
Die geplanten Änderungen ab 2026 zeigen deutlich: Impfungen sind nicht nur ein medizinisches Thema, sondern Teil einer umfassenden gesundheitspolitischen Steuerung.
Der jeweils aktuelle Impfkalender der STIKO wird regelmäßig aktualisiert und ist über das Robert-Koch-Institut öffentlich zugänglich.
Für angehende Heilpraktiker:innen ist es deshalb sinnvoll, sich frühzeitig fundiert mit dem Impfkalender, seiner Systematik und seiner Rolle im Gesundheitssystem auseinanderzusetzen. Nicht aus Angst vor der Prüfung – sondern aus fachlicher Klarheit.
Denn genau diese Klarheit ist es, die in Prüfungen überzeugt.
In unserer strukturierten Prüfungsvorbereitung an der Heilpraktikerschule Ellinghaus greifen wir den Impfkalender der STIKO natürlich auch auf, ordnen ihn prüfungsrelevant ein und trainieren genau das Verständnis, das in der amtsärztlichen Überprüfung erwartet wird.