ICD-11: Was angehende Heilpraktiker:innen für Psychotherapie jetzt wissen sollten
Die ICD-11 wird die bisherige ICD-10 langfristig ablösen – und das wirft bei vielen angehenden Heilpraktiker:innen für Psychotherapie Fragen auf. Muss ich jetzt schon alles neu lernen? Wird die Heilpraktikerprüfung für Psychotherapie bald nach ICD-11 abgefragt? Und wann erfolgt die Umstellung von ICD-10 auf ICD-11 überhaupt?
Die gute Nachricht vorweg: Es besteht kein Grund zur Sorge. Zwar wird die ICD-11 die ICD-10 langfristig ersetzen, doch dieser Prozess wird in Deutschland noch einige Zeit dauern. Wenn Du Dich aktuell auf die Überprüfung zum Heilpraktiker für Psychotherapie vorbereitest, kannst Du Dich weiterhin auf die ICD-10 konzentrieren.
In diesem Artikel erfährst Du, was hinter der ICD-11 steckt, warum die Umstellung Zeit braucht und was sie ganz konkret für Deine Prüfungsvorbereitung bedeutet.
Kurz zusammengefasst
✔ Die ICD-10 ist in Deutschland derzeit weiterhin die offizielle Grundlage.
✔ Ein verbindlicher Termin für die Einführung der ICD-11 steht aktuell noch nicht fest.
✔ Für die HPP-Überprüfung musst Du Dir derzeit keine Sorgen machen.
✔ Seriöse Ausbildungen berücksichtigen Änderungen rechtzeitig und passen ihre Lehrinhalte entsprechend an.
Was ist die ICD überhaupt?
Die Abkürzung ICD steht für International Classification of Diseases, also die Internationale Klassifikation der Krankheiten. Sie wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) herausgegeben und dient weltweit dazu, Krankheiten und Gesundheitsstörungen einheitlich zu beschreiben und zu verschlüsseln.
Für Heilpraktiker:innen für Psychotherapie ist vor allem das Kapitel über psychische Erkrankungen relevant. Die Diagnosen, die in der amtsärztlichen Überprüfung abgefragt werden, orientieren sich an dieser Klassifikation.
Viele kennen bislang die ICD-10. Die ICD-11 ist ihre umfassend überarbeitete Nachfolgerin.
Warum gibt es eine neue ICD?
Die Medizin entwickelt sich ständig weiter. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse kommen hinzu, bestehende Krankheitsbilder werden besser verstanden und manche Diagnosen verändern sich im Laufe der Zeit.
Die ICD-11 trägt diesem aktuellen Wissensstand Rechnung. Sie enthält unter anderem:
- modernisierte Diagnosekriterien,
- teilweise neue Einteilungen psychischer Erkrankungen,
- präzisere Beschreibungen,
- eine digitale Struktur, die sich besser in moderne Gesundheitssysteme integrieren lässt.
Das bedeutet allerdings nicht, dass plötzlich alles anders wird. Viele bekannte Diagnosen bleiben bestehen – teilweise unter einer neuen Bezeichnung oder mit einer etwas veränderten Einordnung.
Warum dauert die Einführung der ICD-11 in Deutschland so lange?
Viele vermuten, die WHO beschließt eine neue Version und wenige Monate später gilt sie automatisch auch in Deutschland. Tatsächlich ist der Weg deutlich aufwendiger.
Die ICD ist tief in das deutsche Gesundheitswesen eingebunden. Sie wird unter anderem verwendet für:
- ärztliche Diagnosen,
- Krankenhausabrechnungen,
- Krankenkassen,
- Statistiken,
- Qualitätsmanagement,
- Forschung.
Deshalb reicht es nicht aus, die neue Version einfach zu übersetzen. Vielmehr müssen zahlreiche Systeme angepasst werden. Außerdem arbeitet das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) an einer deutschen Fassung und an sogenannten Überleitungstabellen, damit Diagnosen aus der ICD-10 möglichst eindeutig in die ICD-11 übertragen werden können. Auch Software, Dokumentationssysteme und gesetzliche Regelungen müssen angepasst werden.
Wann erfolgt die Umstellung von ICD-10 auf ICD-11?
Diese Frage beschäftigt derzeit viele Menschen, die sich auf die Heilpraktikerprüfung für Psychotherapie vorbereiten.
Die ehrliche Antwort lautet: Ein verbindlicher Termin für die vollständige Einführung der ICD-11 in Deutschland steht derzeit noch nicht fest.
Zwar ist die ICD-11 international bereits veröffentlicht und wird von der WHO kontinuierlich weiterentwickelt. In Deutschland gilt jedoch weiterhin die ICD-10 als offizielle Klassifikation.
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) weist ausdrücklich darauf hin, dass sowohl für die Morbiditätskodierung (Diagnosen im medizinischen Alltag) als auch für die Mortalitätskodierung (Todesursachen) bis zu einer offiziellen Einführung weiterhin die ICD-10 maßgeblich bleibt. Selbst nach Beginn der Einführung ist eine mehrjährige Übergangsphase vorgesehen.
Wenn Du Dich näher über den aktuellen Stand informieren möchtest, findest Du weitere Informationen direkt beim BfArM:
https://www.bfarm.de/DE/Kodiersysteme/Klassifikationen/ICD/ICD-11/aspekte-einfuehrung.html
Mit anderen Worten: Die Umstellung wird schrittweise erfolgen und nicht von heute auf morgen.
Was bedeutet die ICD-11 für die Heilpraktikerprüfung Psychotherapie?
Das ist wahrscheinlich die wichtigste Frage für alle, die sich gerade auf die Überprüfung vorbereiten.
Nach aktuellem Stand besteht kein Anlass zur Sorge, dass kurzfristig ausschließlich nach ICD-11 geprüft wird.
Da die amtliche Klassifikation in Deutschland weiterhin die ICD-10 ist, orientieren sich auch die Gesundheitsämter derzeit daran. Erst wenn die ICD-11 offiziell eingeführt wird, kann sie schrittweise Eingang in die Überprüfung finden.
Natürlich beobachten seriöse Ausbildungseinrichtungen diese Entwicklung genau und passen ihre Lehrinhalte rechtzeitig an. Niemand wird von heute auf morgen mit völlig neuen Prüfungsinhalten überrascht.
Muss ich künftig ICD-10 und ICD-11 kennen?
Für eine gewisse Zeit ist das durchaus denkbar.
Wie bei vielen großen Veränderungen wird es wahrscheinlich eine Übergangsphase geben, in der beide Systeme eine Rolle spielen. Fachliteratur, Fortbildungen und wissenschaftliche Veröffentlichungen beziehen sich schon heute teilweise auf die ICD-11, während im deutschen Gesundheitswesen noch überwiegend mit der ICD-10 gearbeitet wird.
Für Dich bedeutet das jedoch nicht, dass Du jetzt beide Klassifikationen vollständig auswendig lernen musst. Viel wichtiger ist zunächst ein solides Verständnis psychischer Erkrankungen. Wer die Störungsbilder wirklich versteht, kann sich später auch in neue Klassifikationen deutlich leichter einarbeiten.
Wenn Du Dich schon jetzt näher mit der ICD-11 beschäftigen möchtest, ohne Dich durch umfangreiche Fachliteratur zu arbeiten, könnte unser Webinar „Was solltest Du zur ICD-11 schon wissen?“ genau das Richtige für Dich sein. Dort bekommst Du einen verständlichen Überblick über die wichtigsten Neuerungen, erfährst, welche Änderungen für angehende Heilpraktiker:innen für Psychotherapie relevant sind und was die Umstellung ganz konkret für die Prüfungsvorbereitung bedeutet.
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Unsere Empfehlung für Deine Prüfungsvorbereitung
Lass Dich von den Diskussionen rund um die ICD-11 nicht verunsichern.
Wenn Du Dich aktuell auf die Überprüfung zum Heilpraktiker für Psychotherapie vorbereitest, ist die ICD-10 weiterhin die maßgebliche Grundlage. Gleichzeitig ist es sinnvoll, die Entwicklungen rund um die ICD-11 im Blick zu behalten – allerdings ohne unnötigen Prüfungsstress.
In unserer Online-Ausbildung zum Heilpraktiker für Psychotherapie orientieren wir uns selbstverständlich an den aktuellen Prüfungsanforderungen. Änderungen beobachten wir kontinuierlich und passen unsere Lehrinhalte rechtzeitig an.
Ein besonderer Vorteil unserer Ausbildung ist der inkludierte Prüfungsvorbereitungskurs. Dort besprechen wir die prüfungsrelevanten Diagnosen ausführlich, trainieren typische Prüfungsfragen und greifen aktuelle Entwicklungen auf. So bist Du nicht nur optimal auf die Überprüfung vorbereitet, sondern kannst auch zukünftigen Änderungen gelassen entgegensehen.
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Fazit
Die Einführung der ICD-11 ist ein wichtiger Schritt für die Medizin – aber kein Grund, Dich während Deiner Ausbildung oder Prüfungsvorbereitung zu verunsichern. Die ICD-10 bleibt in Deutschland vorerst die maßgebliche Grundlage, und die Umstellung wird schrittweise erfolgen.
Konzentriere Dich deshalb auf das, was für Deine HPP-Überprüfung heute wirklich relevant ist. Mit einer fundierten Ausbildung, einer guten Prüfungsvorbereitung und einem Verständnis für die Entwicklungen rund um die ICD-11 bist Du bestens aufgestellt – heute und auch in Zukunft.